„Eine von uns.“

Ich denke, beim Lesen meiner anderen Texte wird recht deutlich, dass ich Pärchenzeug ziemlich nüchtern und mit einer abfällig hochgezogenen Augenbraue betrachte.
Bisher ging das auch immer ganz fabelhaft, ich konnte meiner Abfälligkeit freien Lauf lassen und die Augen verdrehen, wo ich nur wollte. Wie gesagt, bisher. Mittlerweile bin ich in die Situation gerutscht, wo man überlegt, wie man Pärchenzeug handhaben möchte, wie das Gegenüber sowas wohl sieht.

Gesellschaftsspiellastige Pärchenabende oder Cowboys, die stumm ihren Weg bestreiten?
200 Teelichter oder 2 Flaschen Bier?
VW Sharan oder Fahrrad?
Ich würde immer Tor Zwei wählen weil ich den Zonk hinter der Eins vermute. Weil ich nicht so bin, nie so war.

Vor ein paar Tagen fragte eine Freundin mich, was ich davon halten würde, dass ihr Freund es schrecklich findet, in der Öffentlichkeit rumzuknutschen, einfach so am helllichten Tage in der Fußgängerzone stehen zu bleiben und übereinander herzufallen. Meine Augenbraue erreichte in ihrer Hochgezogenheit fast den Haaransatz.
„Ernsthaft jetzt? Das ist das Schlimmste!“
„Aber warum? Du bist doch jetzt auch Eine von uns, warum findest du das schlimm? Das ist doch total schön, auch anderen zu zeigen, dass man zusammen gehört.“
Erklärungsnot. Man würde meine Argumente eh nicht verstehen. Habe ich überhaupt Argumente? Kann man mit „Ich finds halt ätzend.“ eine Diskussion führen? Möchte ich überhaupt diskutieren?

Ich möchte keine von uns sein, ich möchte ich sein.
Eine, die alles hasst, was blöde Kosenamen trägt und bei dem die Gefahr besteht, im Fußgängerfluss überrascht zu werden und von hinten in ein Körperknäuel zu laufen. Ich möchte die mit den warmen Händen sein. Warme Hände sind nämlich super. Ich möchte jemand sein, der weiß, was er hat und das nicht jedem unter die Nase reiben muss. Von sowas muss ich selbst nämlich immer niesen und das ist im Gegensatz zu warmen Händen ziemlich nervig. Ich möchte, dass man mir beim Hochhieven des Westernsattels hilft um gemeinsam durch einen Canyon zu reiten. Stumm, damit man die Landschaft genießen kann.

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